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Multi-Touch: Die Zukunft des Interface?
Januar 22nd, 2009 Posted 14:45
Multi-Touch ist meiner Meinung nach eines DER Trend-Themen für die nächsten Jahre – und meint ein Konzept, bei dem Nutzereingaben ohne herkömmliche Eingabegeräte wie Maus oder Tastatur getätigt werden.
Diese Eingaben werden direkt auf einem Bildschirm vorgenommen, der die Nutzereingaben über Fingerbewegungen aufnimmt und daraufhin eine Interaktion mit den Elementen auf dem Screen erlaubt.
Es lassen sich also Objekte auf dem Bildschirm direkt – und damit typischerweise sehr intuitiv manipulieren – da kein weiteres Hilfmittel mehr notwendig ist.
Bekannt geworden ist Multi-Touch durch die Firma “Perceptive Pixel“, die 2006 einen sehr beeindruckenden Multi-Touch-Prototypen vorgestellt hat (Link).
Für den Endanwender sind derzeit das iPhone und andere aktuellen Handys allgegenwärtige Devices mit Multi-Touch-Technologie.
Microsoft setzt auch bereits seit etwas längerer Zeit auf diese Technologie und wird mit Windows 7 ein Betriebssystem haben, welches prinzipiell voll Multi-Touch-fähig ist.
Die Technologie von Microsoft nennt sich Surface und richtet sich im Gegensatz zu Apple (noch) eher an größere Firmen (vielfach Hotels und Casinos), denn als an Privatanweder.
Typischerweise laufen Surface-Anwendungen auf einem großen, schweren und teuren “Tisch”:
Von Surface gibt es mittlerweile viele Demo-Anwendungen, die vielfach auf dem offiziellen Surface-Blog von Microsoft vorgestellt werden. Sehr viele Anwendungen sind bislang lediglich Tech-Demos, die einige Umsetzungs-Möglichkeiten von Surface aufzeigen.
Spannend ist allerdings auch, dass mittels sogn. “Object Recognition” Surface auch (einige) auf ihr abgelegten Gegenstände erkennen kann. Das System ist ebenfalls mit WiFi und Bluetooth ausgestattet, um Daten z.B. mit Mobiltelefonen oder Digitalkameras auszutauschen.
Ein wirklich überzeugendes Nutzungsszenario von Surface ist im Einsatz bei einer Bank. Normalerweise tippt der Bank-Berater auf seinem Rechner irgend etwas herum – der Monitor mit den Daten ist lediglich ihm zugewand. Als Kunde hat man ziemlich schnell ein ungutes Gefühl was der Berater gerade macht und über einen weiß.
Barclays hat daher nun ein Surface-System im Einsatz um komplexe Finanz-Sachverhalte den Kunden transparent auf einem großformatigem Screen live vorzustellen. Link.
Ich glaube Surface macht dann Sinn, wenn …
- komplexe Sachverhalte für mehrere Personen live vorgestellt werden sollen
- Produkte virtuell erlebbar / verstehbar gemacht werden sollen
- Mehrere Personen gleichzeitig auf dem Screen interagieren wollen
- was hab ich vergessen??
Ich glaube jedoch nicht, dass die Multi-Touch-Technologie den normalen Rechner im Büro oder zuhause ersetzen wird. Immer dann wenn viel geschrieben werden muss ist Multi-Touch wohl eher unpraktisch. Auch ist es sicher ziemlich anstrengend die ganze Zeit mit den Fingern auf dem Screen rumzuwischen. Die Maus hat da einen unschlagbaren Vorteil – die Wegstrecken auf dem Screen werden mit ihr extrem abgekürzt.





