Filmkritik zu “Der seltsame Fall des Benjamin Button” – kein Meisterwerk!
Über diesen Film wurde und wird aktuell sehr viel diskutiert. Das ist verständlich, denn zum einen ist der Regisseur David Fincher durch wirklich gute und hintergründige Filme wie “Fight Club” oder “Sieben” bekannt geworden.
Bei „Benjamin Button“ ist die Bewertung extrem unterschiedlich – die einen fühlen sich im Innersten berührt, für andere ist er lediglich eine aufwändige und langatmige Produktion ohne Herz.
Positive Kritik kommt u.a. von Spiegel Online, die den Film für ein Meisterwerk halten.
„Wem dieser Film nicht zu Herzen geht, der hat keins.“ (SPIEGEL)
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” ist reine Kinomagie, der seltene Fall eines Films, der den Zuschauer zugleich lachen und weinen lässt“ (CINEMA)
Andere (bpw. Fünf Filmfreunde) halten den Film für dröge und wundern sich warum dieser für ganze 13 Oscars nominiert wurde.
„Er bietet nichts an, das über sorgfältige Ausstattung, wohlfeine Kameraarbeit und vordergründige Spezialeffekte hinausginge.“ (FÜNF FILMFREUNDE)
Ich teile diese Meinung obwohl ich denke, dass “Benjamin Button” eigentlich kein wirklich schlechter Film ist. Der Film “The Curious Case of Benjamin Button” ist vieles. Er hat mit Brad Pitt und Cate Blanchet wirklich tolle Darsteller. Außerdem ist er visuell sehr beeindruckend – die Zeitreise von 1918 bis zur Gegenwart wird extrem aufwändig und glaubwürdig erzählt.
Worum geht es inhaltlich aber eigentlich?
Vordergründig geht es um den Protagonisten (gespielt von Pitt), der am letzten Tag des Ersten Weltkriegs als alter Mann auf die Welt kommt und sich im Laufe eines Jahrhunderts immer weiter verjüngt und am Ende als Baby stirbt.
Das ist nett und wird liebevoll und schön melancholisch erzählt – wobei Benjamin Button allerdings sehr viel Gimmick und Spezialeffekt ist.
Das Thema mit dem sich der Film beschäftigt ist unbestreitbar die Zeit. Trotzdem frage ich mich was uns Fincher mit dem Film sagen will.
Vielleicht, dass – egal was man auch macht – die Zeit gern ihre Überlegenheit ausspielt und am Ende alles vergänglich ist.
Oder geht es um das Ergreifen oder Verpassen von Chancen, die sich im Verlauf eines Lebens bieten?
Wahrscheinlich beides?
Ich mag ruhige Filme, ich finde Brad Pitt cool und ich mag auch lange Filme („Benjamin Button“ geht 166 Min.).
Aber: Dies hätte man aber auch besser hinbekommen. Wirklich Höhen und Tiefen hat der Film nicht, das meiste war vorhersehbar, mit monotoner Erzählstimme vorgetragene und Benjamin Button irgendwie komisch gespielt.
Ich halte den Film für kein Meisterwerk.
Meine Bewertung: 7 / 10 Punkte
(weitere gute Filmbeschreibung auch bei “the boy in the bubble“)
Tags: Benjamin Button
This entry was posted on Freitag, Februar 6th, 2009 at 16:15 and is filed under Cinema, Freizeit. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.




