Archive for the ‘Socical Web’ Category
Teil 1: Erfolgsmessung im Social Web: Geht das überhaupt?
März 21st, 2010 Posted 17:30
Einleitung
Traditionelle Markenkommunikation
Die traditionelle Markenkommunikation kreist gerne um sich selbst und ihre Markenwerte. Aufgabe von Kampagnen ist es primär die Markenwerte so zu kommunizieren, das ein positiver Imageeffekt entsteht. Diese “alte” Denkweise basiert meist auf Kontrolle und möchte die Markengedanken ausschließlich selber und unidirektional kommunizieren.
Markenführung in Zeiten von Social Media
Während “normale” Surfer immer mehr Zeit in Social Networks wie etwa Facebook verbringt, erkennen auch Unternehmen das Potenzial, das Social Media ihnen bietet.
So sind mittlerweile 60% der 100 Top-Marken in Deutschland in Social-Media Kanälen vertreten oder experimentieren damit (laut einer Studie von Construktiv). Vor allem Facebook hat sich auch für Unternehmen zu einer relevanten Marketingplattform entwickelt, die sich beispielsweise positiv auf den Kundendialog oder die Kundenbindung auswirken kann. Unternehmen müssen im Social Media nicht mehr durch lautes “Geschrei” übertönen, dass sie bzw. ihre Produkte eigentlich überflüssig sind.
Unternehmen sollten daher unbedingt verstehen welche Bedeutung die Begriffe Beziehung und Relevanz haben. Es geht darum langfristig Vertrauen und vor allem Beziehungen aufzubauen.
Ein Umdenken ist vor allem hinsichtlich der Markenkommunikation notwendig. Denn: Was nicht relevant ist, wird langfristig “sterben”. Dinge wie E-Mail- oder Newsletter-Marketing entsprechen eher dem traditionellen Markengedanken. Das Internet stärkt jedoch die Position der User bzw. Konsumenten. Und dieser kann selber entscheiden was ihn interessiert – und was eben nicht.
Ein kurzfristiges Kampagnenmodell existiert nicht. Hierbei ist der Einsatz der POST-Methode ein sehr sinnvolles Vorgehen.
Aufgrund des großen Zeit- und Ressourceneinsatzes, die für die Betreuung von Social-Media-Aktivitäten notwendig ist, gehen aktuell Berater, Agenturen und natürlich auch die Unternehmen selber der Frage nach dem Erfolg ihrer Bemühungen nach.
Warum ist eine Page Impression im Social-Media uninteressant?
Ich bin der Meinung, dass eine Erfolgsmessung unabdingbar wichtig ist. Nur wie? Klar ist hierbei vor allem erstmal eines: Die etablierten Online-Messgrößen erfassen nicht das, was Social Media vom alten Markengedanken unterscheidet. Denn: Social-Media gibt greifbaren bzw. sichtbaren Menschen eine greifbare und direkte Stimme. Es geht um Beziehungen und um Kommunikation. Und die menschliche Kommunikation ist eine komplexe Angelegenheit.
Standardmeßgrößen wie eine PI (Abruf einer Einzelseite) helfen uns hier also nicht wirklich weiter. Auch Reichweite ist im Social Media nur bedingt hilfreich. Natürlich ist es gut zu wissen wie viele Fans meine Fan-Page auf Facebook hat. Aber: Wer seine kleine, feine Zielgruppe mit beispielsweise 500 Leuten erreicht ist doch erfolgreich? Auch wenn das über die Kanäle im Social Media nicht alle User mitbekommen (was ja ganz gut so ist).
Und noch etwas: Nur die wenigsten Sozial-Media-Aktivitäten werden einen kurzfristigen Erfolg im Sinne eines ROI erzielen.
Es gibt keine allgemein gültigen Kennzahlen für Social Media!
Bevor man sich überlegt wann man erfolgreich ist, sollte man zuvor über die Ziele im klaren sein (das ist nix neues, dennoch kann man das nicht oft genug sagen)! Denn nur wenn klar ist, was man beabsichtigt, kann man auch wissen ob man erfolgreich ist.
Wovon diese Ziele abhängen und wie eine Erfolgsmessung im Social Web funktionieren kann, zeige ich im 2. Teil
Tags: ROI
Posted in Social Commerce, Socical Web, Web2.0
Gowalla: Location-Based Gaming
November 8th, 2009 Posted 15:51
Immer mehr Handys verfügen über GPS und können so den eigenen Aufenthaltsort bestimmen. Diese Daten können dann von Apps genutzt werden um ortsbasierte Services zur Verfügung zu stellen.
Diese Dienste nennen sich ganz allgemein “Location-Based Services”. Bekannte Vertreter sind bspw. Google Latitude oder Brightkite.
Einen etwas anderen Ansatz verfolgt die recht neue Plattform Gowalla, die sich als “Location-Based Gaming Plattform” versteht. Auch hier geht es also um einen ortsbasierten Dienst, bei dem allerdings ein eher spielerischer Aspekt integriert wurde.
Zu Gowalla gehört sowohl eine iPhone-App und auch als die Website www.gowalla.com.
Worum geht´s bei Gowalla?
Die Gowalla FAQ meint dazu:
“Gowalla is a location-based travel game that rewards you for visiting both extraordinary and everyday places with your iPhone.”
Ist man mit dem iPhone also an einem “neuen” Ort (also bspw. einem Restaurant), welcher bisher noch nicht über Gowalla erfasst wurde, so kann man diesen nun neu eintragen (”claimen”).

Danach hat man die Möglichkeit dort “einzuchecken” sowie Dinge aus seiner virtuellen Tasche dort abzulegen.
Man kann ebenfalls einsehen, wer bereits an diesem (Real World) Ort war, wann und wie oft. Waren andere Nutzer dort und haben einen Gegenstand abgelegt, so kann man diesen nun mitnehmen.
Anreizsystem Passport
Als Anreiz und Motivationssystem wurden im virtuellen “Passport” Pins, Stempel als auch Items eingeführt.
Stempel erhält man, wenn man in Real-World Locations eincheckt und dienen als visuelles Pendant des Ortes. Pins verdient man, wenn man eine Route von Standorten (”Trip”) abklappert (dies funktioniert derzeit nur in den USA).
Wirklich cool ist die Idee mit den Items, also den Gegenständen in der “virtuellen Tasche”. Um neue Items zu bekommen entsteht bei mir die Motivation, möglichst viele Standorte zu besuchen. Zwangsläufig entdeckt man dabei neue Locations, wie etwa Bars, Restaurants oder Ausflugsziele.

Zumindest theoretisch kann ein Item durch alle meine Orte wandern – oder sogar um die ganze Welt.
Dinge, die man nicht mehr hergeben möchte kann man den Safe (“Vault”) legen. Das klappt bei mir zwar nicht, soll aber laut FAQ funktionieren. Geplant ist dann auch der Tausch von Ions mit Freunden.
Netzwerkeffekt:
Ein Problem ist sicherlich, dass Gowalla nur dann wirklich funktioniert, wenn ausreichend Personen mitmachen. Das mag in Berlin, Köln oder Hamburg bereits teilweise funktionieren. Auf dem Land oder in kleineren Städten aber sicher noch nicht.
Außerdem finde ich es etwas fragwürdig, dass man über den Dienst jederzeit sehen kann wo ich derzeit gerade bin. Dies ist zwar dadurch eingeschränkt, dass nur meine Freunde meinen Aufenthaltsort einsehen können. Ich denke man sollte daher aber schon aufpassen wen man als Freund zulässt
Partizipation der Unternehmen:
Spannend wird´s wenn Unternehmen in Gowalla aktiv werden (ist derzeit soweit ich weiß noch nicht der Fall). So könnten diese bspw. eigene und gebrandet Items publizieren und in Umlauf bringen.
Und noch viel spannender: Die Unternehmen können ja prinzipiell sehen WER WO WANN das lokale Geschäft betritt.
Kunden, die öfter da sind können mit Freigetränken oder freiem Eintritt o.ä. inventiviert und so weiter an das Unternehmen gebunden werden.
Fazit:
Die Idee von Gowalla ist super!
Gowalla bietet zum alleinigen “wer ist gerade wo” Informationen darüber, welche Standorte häufig bzw. von den eigenen Freunden besucht wurden.
Allerdings, so finde ich, ist die Umsetzung noch ausbaufähig. Man darf aber davon ausgehen, dass die Jungs von Gowalla hier weitere gute Ideen integrieren werden.
Posted in Foresight, Socical Web, Trend, Web2.0
Unternehmensprofile bei Xing – gute, aber ausbaufähige Idee
Mai 5th, 2009 Posted 10:26
Seit einiger Zeit gibt es beim Business-Netzwerk Xing nun neben den bekannten Mitglieder-auch Unternehmens-Profile (derzeit noch als Beta).
Diese Profile werden automatisch generiert, wobei alle angezeigten Informationen auf bereits eingegebenen Profildaten der XING-Mitglieder basieren. Das ist eigentlich eine ziemlich gute Idee, da die Mitglieder ja viele interessante Informationen eingetragen haben, die es so lediglich in einer aggregierte Ansicht darzustellen gilt. Unternehmen müssen somit nicht selber aktiv werden und sich ein Profil einrichten – was in diesem Fall sicherlich so nicht funktionieren würde.
Etwas problematisch ist allerdings, dass nicht alle Mitarbeiter eines Unternehmens die Firmenbezeichnung gleich schreiben. So werden aus SAP, SAP AG, SAP Germany, etc. verschiedene Unternehmen (vielleicht sind´s wirklich verschiedene Unternehmen?) – was somit einer schönen zusammenfassenden Unternehmensdarstellung im Wege steht.
Auf dem Unternehmens-Profil werden neben den Basisdaten des Unternehmens alle bei dem Netzwerk registrierten Mitarbeiter angezeigt angezeigt (dies hätte man mit einer einfachen Suche selber hinbekommen können).
Interessant ist aber eine Statistik der Altersstruktur, Dauer der Firmenzugehörigkeit sowie dem Karrierelevel.
Web Trend Map 2009
April 6th, 2009 Posted 15:24
Web Trend Map 4 Final Beta, ursprünglich hochgeladen von formforce
Schöne Abbildung der aktuellen Webtrends – sicher auch schön als Poster an der Wand
Tags: Amazon, Apple, internet, Neu, Tag hinzufügen, WWW
Posted in Foresight, Socical Web, Trend, Web2.0
Do you poken? – Lustig aber sinnfrei
April 4th, 2009 Posted 19:37
Poken sind aktuell eins DER Themen im sozialen Web – allerdings handelt es sich mehr um eine nette Spielerei als um ein wirklich wichtiges Thema. Bei einem Poken handelt es sich um kleine Plastik-Figuren, die man um den Hals oder aber vielleicht nicht ganz so auffällig am Schlüsselbund mit sich rumtragen kann.
Ziel: Treffen sich zwei Pokenbesitzer können sie nun (per Funk) persönliche Daten austauschen. Die Figur sieht lustig aus – ist aber dabei eigentlich nicht wirklich relevant. Ich habe ein “Voodoo-Poken” – daneben gibt es noch einige andere farbenfrohe Figuren.
Worauf es beim Poken ankommt ist dessen weiße “Hand”. Darin verbergen sich ein USB-Speicher und ein RFID-Chip. Werden die 2 Pokens nun nah aneinander gehalten werden über den RFID-Chip die IDs der beiden Nutzer ausgetauscht.
Steckt man nun den Poken in den USB-Slot, so werden die gesammelten Daten in Form einer sogn. Poken Card auf das eigene Konto beim Anbieter übertragen. Einer Poken Card lassen sich dann über die Website Name, Foto, Adressdaten sowie Links zu den Social-Networks hinterlegen.
Der Nutzer hat auch die Möglichkeit mehrere Profile anzugeben und so zu bestimmen welche davon die Kontakte abrufen können.
Fazit:
Zu Poken ist etwas albern aber recht spassig. Es ist eine lustige Spielerei für die Web2.0 Community. Ob der gestandene Manager auch mit einem Poken auf einer Konferenz erscheint ist wohl eher fraglich. Ich denke daher nicht, dass sich Poken auch über die Web-Gemeinschaft hinaus durchsetzen werden.
Etwas sinnfrei ist das Poken aber auch dort – da ich von den meisten Leuten mit einem Poken auf Barcamps etc. wohl auch eh schon die Kontaktdaten habe.
Etwas uncool ist weiterhin, dass ich nun eine weitere Stelle (die Poken-Seite) habe, auf der dann halt wieder Daten gesammelt werden. Das Unternehmen selbst bietet kein soziales Netz an, sondern versteht sein Produkt lediglich als ein Mittel, um die Nutzer zu vernetzen.
Cool wäre es, wenn ich jemanden über den Poken hinzufüge, dass ich dann mit demjenigen automatisch bei den entsprechenden Netzwerken (Xing, Facebook, etc.) connected wäre.
Zwei Jahre Twittern – ein Zwischenfazit
März 30th, 2009 Posted 15:43
Ziemlich genau zwei Jahre ist´s nun her seit dem ich Twitter nutze. In dieser Zeit habe ich 3018 Tweets geschrieben, das sind im Durchschnitt 5,4 pro Tag. Sagt zumindest Tweetstat.com.
In meinem ersten Blogposting zum Thema Twitter war ich noch recht skeptisch:
“… .Ansonsten ist twitter wohl keine Killer-Applikation – aber dennoch sehr nett und überzeugt vor allem durch die einfachheit und dass man sich auf nur wenige (140) Zeichen beschränken muss.”
Das mit der Killer-App habe ich dann jedoch ziemlich schnell revidieren müssen
Warum nach zwei Jahren immer noch Twittern?
Der Reiz von Twitter liegt für mich zum einen nach wie vor im Joy-of-use. Device-unabhängig kurze Textnachrichten lesen und selber welche abschicken, that´s cool
Zum anderen hat Twitter einen festen Platz in meiner persönlichen Kommunikation eingenommen. Das verständnislose Frage aller, die Twitter noch nie benutzt haben ist ja meist: “Wen interessiert DAS denn jetzt?”.
Ich bin mir sicher, dass (abgesehen von wirklich langweiligen Tweets) aber genau das alltägliche so spannend ist. Die Leute wollen keinen intellektuellen Krams verschicken, sondern das was sie gerade machen, was sie interessiert oder bewegt.
Twittern ist für mich …
… ein schöner Zeitvertreib. Mit dem iPhone rumsitzen und mal eben Twitter aufrufen. Irgendwie hat das auch schon was zwanghaftes.
… ein super Kommunikations- und Verabredungs-Tool. Ich weiß so was Freunde und Bekannte von mir grade machen.
… auch mit dem man was verkaufen kann
… ein Trend-Scouting Tool
Was nervt …
… Twitter ist Mainstream und überall DAS Thema. Twitter ist aber sicher nicht die Lösung für alle Probleme. Wie auch paulinepauline schon fragte – wo ist der Geektalk hin? Ich will mehr Geektalk.
… “Freunde sammeln” ist ja anscheinend ein zentrales Element im Social Media, aber ich möchte einfach twittern – ohne mir Gedanken wie viele mir denn nun folgen und wie ich denn bloß mehr Verfolger (Twittercharts und so) herbekomme. Das nervt.
Zwischenfazit
Trotz aller sinnigen, lustigen und coolen Anwendungsbeispiele ist Twitter ein Hype (vgl. gartner hype cycle) und ich würd´ mal sagen, dass wir uns im “Gipfel der überzogenen Erwartungen” befinden.
Wikipedia beschreibt die Phase wie folgt:
“… überstürzen sich die Berichte und erzeugen oft übertriebenen Enthusiasmus und unrealistische Erwartungen. Es mag durchaus erfolgreiche Anwendungen der neuen Technologie geben, aber die meisten kämpfen mit Kinderkrankheiten …”
Ich denke auch nicht, dass Twitter der Kanal ist, der auch für alle Firmen relevant ist. Für einige vielleicht. Und für bestimmte Kampagnen möglichweise auch.
Spannend wird ob sich Twitter auch langfristig weiterhin bestehen kann, oder ob offene Standards wie “OpenMicroBlogging” sich durchsetzen können.
Relaunch SPD.de – Zeichen der Zeit erkannt?
Januar 21st, 2009 Posted 17:12
In der Blogosphäre wurde der Anfang dieses Monats vollzogene Relaunch von SPD.de bereits eingehend diskutiert.
Ich glaube dennoch, dass das Thema “Government2.0″ (dummes Wort!) gerade im sogn. “Superwahljahr 2009″ (auch dumm!) super interessant ist und es sich eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt.
Bevor man sich den Relaunch des SPD-Portals näher anschaut kommt man eigentlich nicht umhin sich mit dem Internet-Wahlkampf von Obama zu beschäftigen.
Ich glaube es ist schwer zu sagen, wie stark das Web Obama zum Sieg in der US-Präsidentschafts-Wahl 2008 verholfen hat – und wie sehr andere Faktoren wie bspw. die Haltung zum Irak-Krieg. Sicher ist aber, dass Obama auch deswegen so erfolgreich war, weil er bzw. sein Team das Internet so geschickt und einem bisher unbekannten Ausmaßen in den Wahlkampf eingebunden hat.
Die extrem erfolgreiche Online-Strategie, die ebenfalls durch technische Innovationskraft aufgefallen ist, wirft verständlicher Weise die Frage auf, ob die Erfolgsfaktoren auf andere Kampagnen bzw. auch auf deutsche Parteien adaptiert werden können.
Generell sollte man wissen, dass Obama jedoch nicht “irgendwer” ist – wie man gestern auch wieder beim Massenansturm zu seiner Vereidigung gesehen hat.
Vielmehr wird Obama in diesem Sinne zutreffend eher als Popstar verehrt denn im deutschen Sinne als Politiker gesehen. Hinzu kommt, dass zu der Zeit des US-Wahlkampfes weitere fruchtbare Rahmenbedingungen vorgeherrscht haben und bspw. das Thema “Politik” auch bei gerade jungen Leuten viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde – was natürlich auch an dem murksigen Bush lag.
Hierbei sieht man schon, dass es nicht leicht ist und auch nicht das Ziel sein kann den Erfolg von Obama im WWW nun 1:1 zu kopieren.
Einige Erfolgsfaktoren lassen sich aber vielleicht trotzdem übertragen … so dachte zumindest die SPD bzw. die entsprechende Online-Agentur.
Neben dem überarbeiteten Webauftritt ist die SPD auch schon durch Thorsten Schäfer-Gümbel aufgefallen, der via Twitter (@tsghessen) seinen Followern Fragen beantwortet und sie an den Aktivitäten des Tages teilhaben lässt. Er konnte innerhalb eines Tages immerhin über 350 Follower verzeichnen konnte.
Ebenfalls twittert der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (@hubertus_heil) schon seit geraumer Zeit und hat immerhin fast 1700 Follower. Das ist natürlich nichts gegen die fast 150.000 von Obama … aber der Vergleich ist natürlich auch total unsinnig
Was macht Obama so sehr anders als die SPD?
Generell hat Obama gezeigt, dass ein direkter und offener Dialog notwendig ist und sehr frühzeitig auf soziale Online-Netzwerke gesetzt. Die Netzwerkeffekte haben im Online-Wahlkampf einen riesigen Beitrag geleistet und Botschaften über Multiplikatoren an eine große Gruppe an Netzwerk-Mitgliedern transportiert.
Sehr wichtig war auch, dass die Online-Aktivitäten eng mit Aufgaben in der echten Welt verzahnt wurden. Obama hat verstanden, dass es letztlich darum geht, jemanden zum Spenden, zum Telefonieren, zum Briefeschreiben oder zur Teilnahme einer Party zu bewegen.
Er hat es letztlich geschafft Anhänger politisch zu aktivieren, um eigene Inhalte, Meinungen und Wünsche zu veröffentlichen und sich aktiv in den Wahlkampf einzubringen
Seine Anhänger hatten große Freiheiten mit der Community MyBO selbst Dinge zu erstellen und zu organisieren (durch ein Incentive-System wurden die Unterstützer bei Obama für Ihre Aktivitäten belohnt und erhielten sogn. “Activity Points”).
Zurück zur SPD: Anfang Januar 09 wurde SPD.de gerelauncht – und sieht im Vergleich mit der vorigen Website und auch bspw. mit CDU.de deutlich Web2.0lliger und freundlicher aus. Dies gelingt durch großformatige Bilder auf der Startseite, die jeweils einen Einstieg in die entsprechende Artikelseite darstellen.
Etwas konfus finde ich die Usability bzw. die Nutzerführung, da die Navigationspunkte neben der explorativen Bühne kleine Kreise mit einer Zahl beinhalten. Die Zahl gibt die Anzahl der Teaser-Artikel je Navigationspunkt in der Bühne an.
Die eigentliche Hauptnavigation muss zunächst aufgeklappt werden – ich bezweifel, dass Nutzer dies in jedem Fall verstehen.
Der neu gestaltete und omnipräsente Würfel sowie der Claim “Anpacken. Für unser Land.” machen sich aber ganz gut.
Neu sind auch die Links zu Flickr und YouTube, die anscheinend eine neue und dezentrale herangehensweise (Publizierung von Inhalten auf anderen Plattformen) unterstreichen.
Was ist überhaupt die Online-Strategie einer Party wie der SPD? Ich eine Online-Plattform kann neben der Darstellung des Grundsatzprogramms, einer (hofflungsvollerweise) schnellen Berichterstattung, Terminen, allgemeinen Infos usw. vor allem auch einen direkten Dialog mit dem Bürger eingehen.
Solche partizipativen Elemente sucht man jedoch auf SPD.de vergeblich – diese dialog-orientierten Features sind auf die SPD-Community meinespd.net ausgelagert.
Abschließend lässt sich sagen, dass ein Polit-Webauftritt nun allerdings nicht abhängig von der Anzahl der Web2.0-Features ist – wichtiger ist das Verständnis und die Auffassung dieser offenen Kommunikations-Methodik bei allen wichtigen SPD-Kommunikatoren.
Dies ist etwas was ich Obama – und den Amerikanern allgemein eher abnehme als bspw. der SPD. Die SPD wird sich hier noch beweisen müssen.
Tags: Government2.0, Obama, SPD, Web2.0
Posted in Socical Web, Usability, Web2.0
Xing, Xingles, Twingels?
Dezember 30th, 2007 Posted 17:41
Jens will am liebsten der einzige in einem social network sein. Ich find´s dann doch besser, wenn wenigstens ein 2. mit mir online ist.

Tags: WWW, Xing
Posted in Socical Web
OpenSocial – eine offene API?
November 18th, 2007 Posted 16:57
Eigentlich ist das Thema gar nicht mehr so wirklich neu. So hatte Google (zusammen mit einigen Partnern) bereits Anfang November das Projekt “OpenSocial” vorgestellt.
Logischerweise war dies dann auch ein viel diskutiertes Thema auf dem letzten BarCamp in Berlin – und wird es sicherlich auch noch weiterhin sein. Denn OpenSocial adressiert ein Kernproblem der Web-Welt.

Doch zunächst: Was ist OpenSocial überhaupt?
OpenSocial ist KEIN neues Social-Network, sondern eine (offene) API. Es lassen sich damit Applikationen für Social Networks entwickeln, die aufgrund der Verwendung offener Web-Standards (XML, HTML, JavaScript, etc.), auf theoretisch jeder “Social-Network-Plattform” laufen können (diese muss die API unterstützen).
Ähnlich wie bei Facebook lassen sich also Applikationen integrieren. Anstatt eine eigene Markup-Sprache einzuführen, versucht Google (im Gegensatz zu Facebook) jedoch einen plattformübergreifenden Standard zu schaffen.
So ist OpenSocial zunächst vor allem für Entwickler interessant, die nun Applikationen für diverse Social Networks schreiben können, ohne sich dabei ständig mit neuen Markup-Sprachen auseinandersetzen zu müssen.
Dies ist sicher für kleinere Networks sinnvoll, denn die wenigsten Entwickler sind wohl bereit, eine Vielzahl an unterschiedlichen APIs zu unterstützen.
Dies mag einer der Gründe für Google sein OpenSocial auf den Markt zu bringen, da so Druck auf Facebook ausgeübt werden kann. Ein weiterer Grund ist ganz sicher, dass Social Networks aufgrund der attraktiven und aktiven Zielgruppe eine perfekte Werbeplattform darstellen. “Openness” klingt toll – ist daher aber wohl eher ein weniger wichtiges Verkaufsargument von Google.
Doch nicht nur Entwickler sollen von OpenSocial profitieren:
So haben bei Facebook viele ziemlich schnell gemerkt, dass es toll ist, wenn man Apps schreiben kann und dabei dann auf eine vorhandene Basis von angemeldeten Nutzern zurückgreifen kann. Und diese empfehlen die Apps dann ggf. auch noch ihren Freunden weiter.
Im Kern geht es bei OpenSocial um 3 Programmierschnittstellen, die den Austausch von Profildaten, Kontakten und Aktivitäten über die Grenzen einzelner Netzwerke hinweg sicher stellen. OpenSocial geht sogar noch über die Möglichkeiten von Facebook hinaus und will dem Konsumenten im sozialen Web sehr viel mehr Kontrolle über seine Daten und Kontakte zu geben als bisher: Siehe “The Future of private Data” … genau deshalb finde ich OpenSocial so spannend.
Posted in Socical Web, Web2.0
Der “soziale Graph” wird immer wichtiger
Oktober 24th, 2007 Posted 18:34
Im Zuge des Web2.0 wird aktuell vermehrt über einen Begriff gesprochen: “Social Graph”. Auf der “Web 2.0 Summit” () war dies zumindest eins der grossen Trend-Themen.
Beim “Social Graph” geht es generell um die Abbildung von Freundschaften bzw. beruflichen Kontakten im Netz.
So wie man das aus den bekannten Social-Networks Facebook, Xing, etc. kennt. Der Grund, warum der Begriff eine neue Qualität erhält, ist, dass die Hoffnung besteht mit den Netzwerkeffekten Geld zu verdienen.
Der “Social Graph” ist auch einer der Gründe warum Facebook so hoch bewertet wird (15 Milliarden US-Dollar – Link ).

Denn: Facebook hat die Mundpropaganda automatisiert! Jedes Mal, wenn ein Benutzer der Plattform dort irgendetwas tut, wird das all seinen Kontakten mitgeteilt. Wenn ein Freund von mir in seinem Facebook-Profil eine von der Firma XYZ gesponsortes App einbaut, wird das allen anderen Nutzern in seiner Kontaktliste automatisch mitgeteilt.
Eine Empfehlung von einem Freund / Bekannten ist sehr viel vertrauenswürdiger Mal und wiegt mehr als ein Fernsehspot oder eine Anzeige.
Generell zeigt das Beispiel wieder einmal, dass es in der Marketingzukunft nicht mehr primär um Reichweite geht. Vielmehr gewinnen Aspekte wie Glaubwürdigkeit, Immersion und gezielter zum Nutzer passende Werbung an Tragweite. Und wir sind hier noch ganz am Anfang der Entwicklung.
Facebook ist zwar offen, allerdings nicht so wirklich offen. So kann ich bspw. nicht das eigene Aktivitätsprotokoll exportieren und in die eigene Blogseite einzubinden. Ein weiterer Grund sich mit dem Thema “The Future of private Data” zu beschäftigen
Posted in Semantic Web, Socical Web














