Archive for the ‘Cinema’ Category
Filmkritik: “Avatar”
Dezember 31st, 2009 Posted 15:47
Ich habe mir Avatar angesehen. In 3D. Den größten, den teuersten und den aufregendsten Film aller Zeiten.
Nunja … groß und teuer zumindest. Aufregend ist aber anders.
Aber der Reihe nach. Eine Filmkritik abzugeben ist für Avatar gar so nicht ganz einfach. Viele – so wie auch ich – haben den Film sicher wegen der seit 10 Jahren andauernden (Be)werbung von James Cameron gesehen. Man hat irgendwie das Gefühl, dass man den Film gesehen haben muss, da man ansonsten eine sinnästhetische Revolution des Kinos verpasst.
In der Tat sind die visuellen Eindrücke ziemlich spektakulär und bestechen durch die sehr schöne 3Dimensionalität – definitiv der große USP des Films. Es gab ja in den letzten Jahren schon viele Filme in 3D. Diese Qualität habe ich allerdings noch bei keinem anderen gesehen.
Der 3D-Effekt wurde vor allem auch durch eine schöne Tiefenunschärfe erzeugt. So wurden beispielsweise Fliegen im Vordergrund so verschwommen abgebildet, wie das menschliche Auge sie auch in der Realität wahrnehmen würde. Eine Immersion wird durch die 3D-Technik maßgeblich unterstützt, man fühlt sich stärker in die Welt hineinversetzt als es ohne die dritte Dimension möglich wäre.
Guckt man allerdings auf andere Aspekte des Films, die sich nicht mit der Technik beschäftigen, kommt das große Aber:
Warum muss ein Film, an dem so lange gearbeitet wurde so blödsinnig sein? Dabei ist die grundlegende Storyline selber gar nicht mal so schlecht. Es geht um ein Naturvolk mit dem Namen Na’vi, auf dessen Planet Bodenschätze sind, die die Menschen haben wollen. Der Protagonist schlüpft dann in einen sogenannten Avatar mit dem Aussehen der Na’vi und soll diese ausspionieren. Dabei verliebt er sich und rettet am Schluss natürlich das Naturvolk vor dem Untergang. Soweit ganz ok und zeitlos.
Die Frage ist nur WIE das ganze umgesetzt wurde. Dabei jagt leider ein Blödsinn den nächsten…
So werden die Charaktere (bis auf Sigourney Weaver) extrem platt und überzeichnet dargestellt. Der böse General sieht aus wie Duke Nukem und handelt auch so. Die Figur würde besser zu einer Comic-Verfilmung passen.
Auch sonst ist die Botschaft des Films mehr als platt: Eingeborene für Bodenschätze umhauen und Natur zerstören ist irgendwie nicht so toll. Bei der Rettung ihrer Welt agieret das Naturvolk blöd wie Brot. Warum muss denn erst ein Mensch kommen um Sie zu retten?
Und was soll eigentlich der ganze Kitsch und diese ekelige esoterische Musik? Warum muss die Welt pausenlos lila leuchten und blinken? Auch ist die Welt der Na’vi einfach zu perfekt und damit vollkommen unrealistisch. Die Realität hat immer Fehler und Anzeichen von Zerfall.
So wirkt trotz der hochwertigen Optik die Darstellung der Welt und der Charaktere streckenweise sehr künstlich. Cameron hat sich anscheinend bemüht alles realistisch aussehen zu lassen – doch wirklich geglückt ist ihm das nicht. Vielleicht liegt das aber wohl an dem heutigen Stand der Technik, die noch 10 weitere Jahre braucht? So wirken Fluggeräte oder Drachen teilweise eher wie aus einem Computerspiel und eben nicht wie “selbstgefilmt”.
Außerdem: Warum müssen die Na’vi eigentlich fast wie Menschen aussehen? Die sind doch 100% CGI. Warum also humaniode mit hölzern wirkender Minik?
Zugute halten muss man dem Film die letzten 30 Minuten. Die sind schönste Action und bieten einige wirklich spektakuläre Szenen die Spass machen.
Fazit:
Trotz der schönen Bilder ist Avatar kein Film den man unbedingt gesehen haben muss. Die Umsetzung wirkt zusammengestückelt aus einem schlechten Indianerfilm und einer billigen Romanze und ist Mainstream-Geplänkel damit auch der dümmste Zuschauer mitkommt.
Vielleicht wird die Camerons entwickelte Technik ja bald einen wirklich großen Film hervorbringen. Dieser ist es zumindest nicht.
6 / 10 Punkte.
Filmkritik: “Verblendung”
Oktober 15th, 2009 Posted 14:22
Viele gute Krimis kommen aus den Skandinavien. Dies hat vielleicht damit zu tun, dass die Winter lang sind und die Autoren viel Zeit zum schreiben haben. Vielleicht auch damit, dass die Kälte im Norden so unerbittlich ist und Gedanken auch über menschliche Kälte nicht mehr so fern sind.
Vielleicht ist aber auch der Kontrast so schön zu beschreiben … wo friedlich Elche in den Wäldern nach Nahrung suchen, Pärchen im Sommerhaus ein Wochenende am See verbringt – hinter diese Fassade lauert häufig das Grauen.
Bekannte Autoren sind sicherlich Henning Mankell und Liza Marklund aus Schweden oder Leif Davidsen aus Dänemark.
Ein weiterer – aktuell sehr gehypter Autor – aus Schweden ist Stieg Larsson. Larsson ist allerdings leider schon 2004 gestorben – zu diesem Zeitpunkt konnte er erst drei von zehn geplanten Büchern über den Ermittler bzw. Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist fertigstellen. Das erste der Bücher aus dieser Reihe nennt sich “Verblendung” und war 2008 das bestverkaufte Buch der EU.
Eine Verfilmung der Bücher ist daher nicht wirklich überraschend – zumal sich die Bücher sehr gut für eine filmische Umsetzung eignen. “Verblendung” ist ein solider Krimi, nicht sonderlich originell, aber mit einer Geschichte, die ihren Reiz aus dem eher ungewöhnlichen Ermittlerduo bezieht.
Der Hauptstrang der Geschichte dreht sich um das rätselhafte Verschwinden des Mädchens “Harriet”. Den schwedischen Großindustriellen Henrik Vanger quält seit 40 Jahren das bisher ungeklärte Schicksal seiner Lieblingsnichte und beauftragt den Journalisten Mikael Blomkvist einen allerletzen Versuch zu unternehmen das Rätsel doch noch zu lösen – was ihm selbstverständlich auch gelingt.
Dabei arbeitet und wohnt er auf einer einsamen, tief verschneiten schwedischen Insel und erhält im Laufe der Untersuchung unerwartete Unterstützung von Lisbeth Salander – einer skurrilen, 24jährigen Ermittlerin.
Die wörtliche Übersetzung des Buches ist “Männer, die Frauen hassen” … der Titel passt besser als “Verblendung”, da das Verschwinden von Harriet in einem direktem Zusammenhang mit verschiedenen Frauenmorden gebracht wird. Im Umfeld der Protagonisten stoßen diese im Laufe des Ermittlungen auf menschliche Abgründe und einige recht drastisch dargestellte Szenen, wobei die Hintergründe hierfür allerdings nicht oder nur sehr oberflächlich dargestellt werden.
Trailer:
Der Film versucht die Handlung des Buches weitgehend zu adaptieren – lässt aber aus Zeitgründen einige Handlungsstränge komplett weg. Die im Buch weitläufigen Familiengeschichten sind bspw. nur sehr rudimentär bewahrt.
Im Buch – und auch im Film – avanciert die recht bizarre Lisbeth Salander mit dem Fortgang der Handlung immer mehr zur heimlichen Hauptfigur.
Im Film ist Lisbeth mit Noomi Rapace gut besetzt. Leider bleibt im Film bei Lisbeth Salander vieles offen, manches wirkt arg überzeichnet.
Die Figur im Gegensatz zum Buch eher unglaubwürdig dargestellt. Das hat weniger mit der schauspielerischen Leistung von Rapace zu tun – vielmehr mit ihrer plötzlichen Wandlung als sie ausnahmsweise mal freundlich behandelt wird.
Positiv:
- Guter Cast
- Schweden bietet ein gutes und unverbrauchtes Setting: Der Film wirkt passend düster, grau und trübe – ein schöner Gegensatz zu den langweiligen Hochglanz Hollywood-Produktionen
Negativ:
- Der Bösewicht ist nicht wirklich charismatisch und nicht wie ein gefährlicher Gegenspieler
- Lisbeths Charakter ist unglaubwürdig dargestellt
- Lisbeth soll DIE „Hackerin“ in Schweden sein und greift dann pausenlos in Sekundenschnelle auf wildfremde Rechner zu. Das stört vor allem deswegen weil bei anderen Elementen der Geschichte Wert auf eine möglichst realisitische Darstellung gelegt wurde
Fazit:
“Verblendung” ist ein angenehm düsterer Thriller, der mit Schweden ein unverbrauchtes Setting mitbringt. Interessant ist im Film (wie im Buch) die Beziehung des ungleichen Ermittlerduos, wobei Lisbeth teilweise ziemlich unglaubwürdig daherkommt.
7 / 10 Punkte
Tags: Verblendung
Posted in Cinema
FILMKRITIK: Moon
August 30th, 2009 Posted 14:06
Ich bin großer Fan von SciFi-Filmen wie 2001, Solaris, Blade Runner oder Alien I.
Also SciFi-Filmen, die im Gegensatz zu den nervigen Jar Jar Binks-Albernheiten oder dem Computerspiel-Look wie den letzten StarWars-Filmen eher in einer Dystopie spielen und sich dementsprechend durch eine düstere Stimmung / Setting auszeichnen.
In genau diesem von mir geliebten “intelligent SciFi” Umfeld sollte auch der Film Moon spielen. Für mich also ein Pflichtfilm, der gestern beim Fantasy Filmfest in Köln im Kino lief (es ist noch nicht ganz klar ob Moon regulär in die deutschen Kinos kommen wird).
Zum Film ist einleitend zu sagen, dass dies das Regie-Debut von Duncan Jones ist – dies ist der Sohn von David Bowie (dessen richtiger Name ist David Robert Jones).
Das Budget für Moon war das mit ca. 5 Mio. US $ (laut Wikipedia) recht gering.
Zum Vergleich hatten allerdings auch andere SciFi-Klassiker ein kleines Budget. So hatte bspw. Alien I damals (1979) auch nur ca. 10 Mio. US$ zur Verfügung.
Moon-Trailer:
Website: http://www.sonypictures.com/classics/moon
Zum Inhalt
Der Film spielt in der Zukunft, in der die Energieprobleme der Erde gelöst sind. Und zwar liefert der Mond die auf der Erde benötigte Energie. Riesige vollautomatische Erntemaschinen sammeln Mondgestein, generieren daraus Energie, die dann zur Erde geschickt wird.
Diese Technik ist so stark automatisiert, dass lediglich ein einziger Mensch notwendig ist um Wartungsarbeiten durchzuführen und ab- und zu die Energiebehälter zur Erde zu schicken.
Um genau diesen Menschen – Sam Bell – handelt der Film, der sich für eine 3jährige Mission auf der Station verpflichtet hat.
*ACHTUNG SPOILER!!!*
Leider wird das “Geheimnis” des Films (zu) schnell klar: Und zwar ist Sam ein Klon. Seit vielen Jahren wird die Raumstation von Klonen betrieben, die künstliche Erinnerungen implantiert bekommen. Nach jeweils 3 Jahren gehen die Klone “kaputt” und der nächste Klon übernimmt. Sam findest dies im Film – auch durch die Mithilfe des Roboter GERTY – heraus. Ein Highlight des Films ist sicherlich neben dem tollen Schauspieler Sam Rockwell eben dieser Roboter GERTY, der wohl bewusst als Gegenstück zu HAL 9000 angelegt ist.
Die Story wird ausgedehnt und sehr nachvollziehbar erzählt. Es tuen sich jedoch einige Logik-Fragen auf:
- Wieso sterben die Klone eigentlich nach 3 Jahren?
- Wieso werden nicht gleich Roboter für die Tätigkeiten eingesetzt?
Laut Wikipedia ist “Moon” als Trilogie angelegt.
Jones is currently planning a follow up film, which will serve as an epilogue to Moon. “Sam has agreed to do a little cameo in the next film,” says Jones, who ultimately hopes to do three films in the Moon series.
Man darf also gespannt sein was in den nächsten noch so Teilen passiert – die Story muss sich dann auf jeden Fall noch um einiges aufgebohrt werden um für zwei weitere Teile zu genügen.
Fazit:
Moon ist ein schöner SciFi-Film mit viel Atmosphäre, der vom Setting an Alien I (10/10 Punkte) erinnert, gut von Sam Rockwell gespielt wird und ohne unnötige Action oder Albernheiten auskommt. Die Story ist wirklich gut, leider allerdings etwas dünn um für über 90min Film ausreichend Material zu liefern – das “Geheimnis” des Films wird dem Zuschauer leider ziemlich schnell präsentiert und der Film verliert danach etwas an Spannung.
Dennoch: Für alle die gute SciFi-Filme mögen, ist dies trotzdem ein Pflichtfilm.
Meine Bewertung: 8 / 10 Punkte
Filmkritik: Star Trek
Mai 12th, 2009 Posted 10:20
Der neue Star Trek Kinofilm hat´s gleichzeitig einfach und auch schwer.
Einfach weil:
Star Trek ist über viele Jahre gereift und bietet eine gute Storyline und Charaktere, die man weiterentwickeln und auf die man aufsetzen kann.
Schwer weil:
Die besten Zeiten von Star Trek waren in den 80ern und sind nun wohl vorbei.
So gibt es eine ganze Reihe von wirklich guten oder zumindest sehr bekannten Star Trek Filmen, die natürlich vor allem bei den alternden Trekkies hohe Erwartungen schüren.
Die Herausforderung einen neuen Star Trek Film zu machen, diesen in die aktuelle Zeit zu transportieren, den alten Fans gerecht zu werden und auch gleichzeitig die Teenies anzusprechen ist somit wirklich nicht einfach.
Ich finde aber, dass dieser Reboot halbwegs geglückt ist. Der Film wird ganz sicher erfolgreich sein (ist weiß, das ist KEIN Qualitätsmerkmal), was allerdings auch daran liegt, weil er viel massentaugliche Action und viel teenietauglichen Humor bietet.
Der Film ist was für´s Kino:
Ich fand den Film visuell ziemlich gut – auf einem kleinen Fernseher zuhause bringt der Film so gar nichts und man sollte diesen unbedingt im Kino sehen.
Der Look des Films war leider irgendwie nicht homogen und einiges sah recht billig aus – bspw. die Brücke der Enterprise (hochglanz Apple-Store-Look) war recht peinlich.
Auch das Design vom Bösewicht-Schiff war ziemlich dämlich. Sonst sah es doch immer so aus als ob die Schiffe auch tatsächlich funktionell wären. Beim Bösewicht-Schiff war das einfach nur dämlicher CGI-Schwachsinn.
Dafür hatte der Film viele nette CGI-Effekte, bei denen die Umgebung alt und abgenutzt aussah – im Gegensatz zu diesem grauenhaften “Hochglanz-Plastik-Barbie-Look” wie bspw. bei den letzten Star Wars Filmen.
Allerdings: Ich hatte das Gefühl, dass das Aussehen generell wichtiger war als die Story.
Story grauenhaft:
Ok Star Trek ist ein SciFi-Film. Diese müssen nicht immer plausibel sein. Das stört keinen. Auch nicht Trekkies.
Aaaaber: Kritik ist dennoch unbedingt an der Story zu sehen, denn Romulaner und Zeitreisen gabs doch schon 100000mal.
Und die größte Schwachstelle: Eric Bana als Bösewicht wurde extrem schwach dargestellt und super langweilig.
Viel Action und Anlehnung an Star Wars:
Gut ist die Idee endlich mal vernünftige Action ins Star Trek Universum zu bringen. So richtig geglückt ist das allerdings (auch aufgrund der schwachen Bösewichte) leider nicht.
Vieles am Film hat an Star Wars erinnert. So gab es eine völlig unsinnige Szene auf einem Eisplaneten (erinnerte stark an den Eisplaneten Hoth bei Star Wars). Dort wurde Kirk von einem CGI-Monster gejagt und trifft gaanz zufällig den aus-der-Zukunft-Spock in einer Höhle.
Dann gab es noch weitere Kampfszene auf dem “Bohrer” – hier fehlten eigentlich nur noch die Lichtschwerter.
Fazit:
Ich finde der Star Trek Reboot überzeugt mit sehr gelungener Neubesetzung, viel Action – schwächelt aber an der Story.
Meine Bewertung: (gute) 7 / 10 Punkte
Trailer zur Stop-Motion Verfilmung “Coraline”
April 17th, 2009 Posted 10:21
Ich bin ganz großer Fan von den Filmen “Nightmare before Christmas” und “James and the Giant Peach“. Beide sind von Henry Selick – einem sehr bekannten und ganz tollen “stop motion director”.
Der neue Film von ihm nennt sich “Coraline” und ist die Verfilmung eines (Kinder-) Buches von Neil Gaiman und ist wie auch die anderen Filme düster und athmosphärisch sehr dicht.
Die offizielle Website ist toll – und der Trailer grandios:
Ich freue mich schon auf den Film, der vor allem auch in 3D-Kinos laufen soll. Für mich ein Pflichtfilm!
Tags: 3D, coraline, entertainment, Henry Selick, stop motion
Posted in Cinema, Freizeit, Pictures
Filmkritik zu “Der Knochenmann”
März 23rd, 2009 Posted 11:42
Nach den Filmen “Komm, süßer Tod” und “Silentium!” (habe beide leider nicht gesehen) ist nun aktuell mit “Der Knochenmann” die dritte Verfilmung eines Krimis von Wolf Haas im Kino.
Wie bei den beiden Vorgängerfilmen ist der ehemalige Polizist Brenner (kongenial besetzt mit dem Östereicher Josef Hader) der Protagonist der Films.
Wirklich großartig ist wie Brenner dabei mitten ins Geschehen stolpert und dabei gleichzeitig irgendwie teilnahmslos wirkt.
Der Film läuft unter dem Genre “Krimikomödie”, hat aber zum Glück überhaupt nichts mit albernen Krimis wie bspw. “die nackte Kanone” oder so einem Unsinn zu tun. Ganz im Gegenteil – “der Knochenmann” zeichnet sich durch makabren und herrlich schwarzem Humor aus. Bemerkenswert ist, dass der Film den Spagat von wirklich lustigen und auch gleichzeitig sehr fiesen und traurigen Szenen hinbekommt. Alle Charaktere sind dabei liebevoll und zugleich sehr menschlich dargestellt.
Der Film spielt zum Großteil in der heruntergekommenen Hendl-Gaststätte “Löschenkohl” in der Brenner nach einem gewissen Horvath sucht. Doch niemand will oder kann Ihm Auskunft über den Verbleib des Herrn geben. Statt dessen verliebt er sich in die Küchenchefin und macht Bekanntschaft mit dem Juniorchef, der wissen will wo das viele Geld vom Senior abgeblieben ist. Das ganze wird skurliller und am Ende hängen eine Menge Leichen im Keller.
Fazit:
Der Film ist wirklich großartig! “Krimi”-Fans die gerne das Großstadtrevier gucken sollten sich vielleicht lieber “Männersache” mit Mario Barth ansehen.
Alle anderen sollten unbedingt in “Der Knochenmann” gehen, der kurzweilig und durchgängig sehr unterhaltsam ist und von den ganz hervorragenden Schauspielern lebt.
Heute gehe ich zum Mittag unbedingt Gulasch essen … ![]()
Meine Bewertung: 9 / 10 Punkte
Tags: Brenner, Der Knochenmann, Kino
Posted in Cinema, Freizeit
Filmkritik zu “The International”
Februar 15th, 2009 Posted 13:07
Ich habe mir gestern den „The International“ angesehen. Der Film ist von dem deutschen Regisseur Tom Tykwer, Hauptdarsteller ist Clive Owen.
Tom Tykwer hat 1998 seinen Durchbruch mit “Lola rennt” geschafft und nun mit „The International“ einen für Ihn eher ungewöhnlichen Film gemacht.
„The International“ ist ein Polit-Thriller, der sich an den Vorbildern der 70er oder 80er orientiert. Ein Vorbild ist sicher auch die Reihe “The Bourne Ultimatum”. Wer sich aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise nun einen Film erhofft, der sich mit den aktuellen Hintergründen beschäftigt, der wird enttäutscht werden. Der Film ist sehr fiktiv geworden.
Wie auch bei den früheren Filmen legt Tykwer sehr viel Wert auf die Ästhetik. So werden unter anderem moderne Gebäude wie das Guggenheim-Museum in Szene gesetzt.
Der Film ist kein richtiges Hollywood-Kino – was ich generell positiv finde. Der Film versucht – im Gegensatz zu den meisten Hollywood-Produktionen – möglichst viel Realismus zu zeigen. Außerdem hat mit Armin Mueller-Stahl ein deutscher Schauspieler eine tragende Rolle übernommen. Viele Aufnahmen des Films in Berlin gemacht wurden
Dennoch ist meiner Meinung nach sehr viel Klischeehaftes in der Story. Die Hauptfigur “Salinger” hat eine “dunkle” Vorgeschichte. Später im Film wird bspw. dann auf eine ziemlich lächerliche Weise die Flugbahn von Kugeln eines Sturmgewehrs berechnet
Den Höhepunkt des Films stellt eine Schießerei im Guggenheim-Museum dar, die wirklich extrem gut und spannend Inszeniert ist.
Fazit:
„The International“ ist weder besonders originell und und ich hatte teilweise den Eindruck, dass lediglich Ideen und Szenen aneinander gereiht werden. Der Film ist dennoch ziemlich spannend, unterhaltsam und optisch herausragend.
Gut gefallen hat mir dann auch das realistische und offene Ende. Dieses sieht nach ziemlich nach einer Fortsetzung aus. Wenn dann wieder Clive Owen mitmacht habe ich nichts dagegen.
Meine Bewertung: 7 / 10 Punkte
Filmkritik zu “Der seltsame Fall des Benjamin Button” – kein Meisterwerk!
Februar 6th, 2009 Posted 16:15
Über diesen Film wurde und wird aktuell sehr viel diskutiert. Das ist verständlich, denn zum einen ist der Regisseur David Fincher durch wirklich gute und hintergründige Filme wie “Fight Club” oder “Sieben” bekannt geworden.
Bei „Benjamin Button“ ist die Bewertung extrem unterschiedlich – die einen fühlen sich im Innersten berührt, für andere ist er lediglich eine aufwändige und langatmige Produktion ohne Herz.
Positive Kritik kommt u.a. von Spiegel Online, die den Film für ein Meisterwerk halten.
„Wem dieser Film nicht zu Herzen geht, der hat keins.“ (SPIEGEL)
“Der seltsame Fall des Benjamin Button” ist reine Kinomagie, der seltene Fall eines Films, der den Zuschauer zugleich lachen und weinen lässt“ (CINEMA)
Andere (bpw. Fünf Filmfreunde) halten den Film für dröge und wundern sich warum dieser für ganze 13 Oscars nominiert wurde.
„Er bietet nichts an, das über sorgfältige Ausstattung, wohlfeine Kameraarbeit und vordergründige Spezialeffekte hinausginge.“ (FÜNF FILMFREUNDE)
Ich teile diese Meinung obwohl ich denke, dass “Benjamin Button” eigentlich kein wirklich schlechter Film ist. Der Film “The Curious Case of Benjamin Button” ist vieles. Er hat mit Brad Pitt und Cate Blanchet wirklich tolle Darsteller. Außerdem ist er visuell sehr beeindruckend – die Zeitreise von 1918 bis zur Gegenwart wird extrem aufwändig und glaubwürdig erzählt.
Worum geht es inhaltlich aber eigentlich?
Vordergründig geht es um den Protagonisten (gespielt von Pitt), der am letzten Tag des Ersten Weltkriegs als alter Mann auf die Welt kommt und sich im Laufe eines Jahrhunderts immer weiter verjüngt und am Ende als Baby stirbt.
Das ist nett und wird liebevoll und schön melancholisch erzählt – wobei Benjamin Button allerdings sehr viel Gimmick und Spezialeffekt ist.
Das Thema mit dem sich der Film beschäftigt ist unbestreitbar die Zeit. Trotzdem frage ich mich was uns Fincher mit dem Film sagen will.
Vielleicht, dass – egal was man auch macht – die Zeit gern ihre Überlegenheit ausspielt und am Ende alles vergänglich ist.
Oder geht es um das Ergreifen oder Verpassen von Chancen, die sich im Verlauf eines Lebens bieten?
Wahrscheinlich beides?
Ich mag ruhige Filme, ich finde Brad Pitt cool und ich mag auch lange Filme („Benjamin Button“ geht 166 Min.).
Aber: Dies hätte man aber auch besser hinbekommen. Wirklich Höhen und Tiefen hat der Film nicht, das meiste war vorhersehbar, mit monotoner Erzählstimme vorgetragene und Benjamin Button irgendwie komisch gespielt.
Ich halte den Film für kein Meisterwerk.
Meine Bewertung: 7 / 10 Punkte
(weitere gute Filmbeschreibung auch bei “the boy in the bubble“)
Tags: Benjamin Button
Posted in Cinema, Freizeit






