Archive for the ‘Usability’ Category
Bücher und Zeitungen auf dem iPad – ein neues Geschäftsmodell für die Print-Verlage?
März 3rd, 2010 Posted 18:04
Steve Jobs hat vor einigen Wochen das iPad vorgestellt. Viele kritisieren seitdem, dass es sich bei dem Gerät lediglich um ein vergrößertes iPhone handelt – nicht aber um die erwartete Innovation.
Ich muss zugeben, dass auch ich nach der Vorstellung ziemlich enttäuscht war. Sowohl die Hardware als auch das vorgestellte Interface unterscheiden sich nicht deutlich vom iPhone. Der große Aha-Effekt blieb zumindest aus. Ob ein echter Bedarf für diese neue Gerätekategorie besteht ist IMHO fraglich.
Ich glaube dennoch, dass das iPad ein Erfolg werden kann. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründe. Die “Coolness” und der “haben-will” Faktor von Apple tragen sicherlich ihr übriges dazu bei.
Ein weiterer Erfolgsfaktor können aber auch die eBooks sein. So ist der im Vergleich zum iPhone vergrößerte Screen ein wichtiger Aspekt, um andere Sachen als mit dem iPhone anstellen zu können. Beispielsweise Bücher oder Zeitschriften lesen.
Der Markt entdeckt diesen Einsatzzweck gerade für sich und versucht bereits Begehrlichkeiten bei potentiellen Anwendern zu schaffen. Interessant ist die Frage ob eBooks auf dem iPad wirklich funktionieren. Beim Kindle ist der Erfolg und die Euphorie ja nicht so wahnsinnig hoch. Warum sollte es beim iPad also besser klappen?
Das eBook-Format vom Kindle kann übrigens vom iPad nicht gelesen / verwendet werden.
Zeitungsverleger und auch Buch-Verlage machen sich vor allem aufgrund der Multimedia-Features Hoffnung, das iPad (bzw. die Apps) als neues Geschäftsmodell zu etablieren.
Klar ist, dass Bücher nicht als 1:1 auf das iPad zu übertragen sind, um neue Begehrlichkeiten zu schaffen. So werden wohl viele der Bücher nicht als eBooks daherkommen sonder vielmehr Apps sein.
Ich hab mir grad mal überlegt was die Nutzungsmotivation von Usern ist, eBooks auf dem iPad zu konsumieren. Mir ist dabei auf die schnelle folgendes eingefallen:
Magazine und Zeitungen
- Der Content ist aktuell (sicher ein Killer-Feature). Wie oft habe ich schon den Spiegel gekauft und ich kannte bereits 2/3 der Inhalte …
- Personalisierung (nur das lesen, was einen auch interessiert)
- Einbettung von Bewegtbild
- Lokal relevanter Content (durch GPS). Dies ist bei Reisemagazinen, Veranstaltungstipps etc. sinnvoll
Bücher
- Chat mit anderen Nutzern oder dem Autor
- Interaktive Lernbücher (Nutzer kann “mitmachen” und erhält ein direktes Feedback bei den Antworten)
Was fällt euch noch so ein?
Sowohl bei Zeitungen als auch bei Büchern kann man Lesezeichen verwenden oder die Schriftart ändern. Bei Zeitungen kann man dann bestimmt auch zwischen einem 2- und 3-zeiligem Layout o.ä. wählen.
Ich denke, dass sich viele Verleger auf das iPad stürzen werden. Hier haben sie eine geschlossene und multimediale Abspielplattform, mit der sie Geld für ihre Inhalte einnehmen können. So sind beispielsweise auch Zahlungen pro Ausgabe, Abo oder Rubrik denkbar. Etwas, was im Web ja nur sehr bedingt funktioniert.
Spannend ist dann aber auch zu sehen wie viel diese neuen Angebote dem Kunden wert sind.
Soundcloud – Coole Musik2.0-Plattform für Musiker
Juli 17th, 2009 Posted 11:42
Die Macher von Soundcloud sitzen – wie irgendwie auch nicht anders zu erwarten – in Berlin-Mitte und haben eine ziemlich ambitionierte Musik2.0-Plattform.
Soundcloud richtet sich nicht so sehr an den Gelegenheits-Musik-Hörer oder den typischen Last.fm Nutzer sondern vielmehr direkt an Musiker, DJs sowie Produzenten. Soundcloud hat den Anspruch eine Plattform zu sein, um gemeinsam an Musik zu arbeiten.
Das originäre Ziel von Soundcloud beschreiben die Macher wie folgt:
„Wir waren meistens abgetörnt, wenn Musiker uns ihre Stücke zum Anhören mailten … „
„…wir wollten es erst mal vereinfachen, Tracks privat auszutauschen, zu kommentieren, zu hören, sich darüber eine Meinungen zu bilden“ (Link http://www.de-bug.de/mag/5784.html).
Diesem Anspruch wird Soundcloud gerecht und bietet den Nutzern die Möglichkeit sehr einfach seine Tracks hochzuladen. Zentrale Bedeutung hat dabei die sehr coole sogn. “Drop Box”, die jedem Nutzer zur Verfügung steht und den Datei-Transfer stark vereinfacht.

In die DropBox können andere SoundCloud-User sowie beliebige Internetnutzer Musikstücke ablegen (Größe oder Länge der Datei sind ohne Begrenzung). Die DropBox ist über eine exklusive Adresse erreichbar (bei mir: http://soundcloud.com/musiklars/dropbox).
Sehr cool ist dann, dass die hochgeladenen Tracks (jedes Musikstück hat seine eigene URL) auf externen Seiten (wie etwa diesem Blog) eingebunden werden können:
Von großer Bedeutung ist die ausgeklügelte Kommentar-Funktion: Anmerkungen können zu einzelnen Stellen einer Datei eingefügt werden und erscheinen als Sprechblase in der Wave-Kurve. Diese Funktion ist vor allem dann sinnvoll, wenn Musiker oder Produzenten gemeinsam an einem Stück arbeiten.
Spannend ist, dass mittlerweile auch einige der „großen“ Musiker auf Soundcloud setzen:
„Sonic Youth used SoundCloud to stream their latest album via Twitter while Moby uses it to promote his latest tracks on his site rather than on MySpace“ (Link)
Weitere Features von Soundcloud sind eine offene API mit der Applikationen für SoundCloud entwickelt werden können. Ein Beispiel hierfür ist FiRe – ein Programm für Field Recording mit dem iPhone.
Tags: Musik, Soundcloud
Posted in Musik, Usability, Web2.0
Putpat.tv: Endlich richtiges Musikfernsehen!
Juni 15th, 2009 Posted 12:35
Vor kurzer Zeit hat Putpat.tv (ein Dienst aus Köln) seine Beta-Phase gestartet. Anmelden kann sich jeder unter putpat.tv – ich wurde bereits nach wenigen Stunden freigeschaltet. Die Idee hinter Putpat ist recht simpel und stößt bereits in der Beta-Phase (in der Bloggosphäre) auf sehr positive Resonanz.
Der Grund für diesen Erfolg ist unter anderem bei den reichweitenstarken Musikkanälen wie MTV und Viva zu sehen, die sich ja eher zu Unterhaltungssendern gewandelt haben. Klassische Musikvideos laufen dort heute nur noch sehr selten. Die Sender investieren zwar viel Geld in Ihre Web-Portale – Musikvideos sucht man aber auch dort vergebens.
Wer heute einen bestimmten Musik-Clip sehen möchte sucht wohl eher bei YouTube.
Putpat hat dieses Problem erkannt und möchte Putpat.tv als neuen Web-TV-Sender platzieren.
Dabei ist zu anzumerken, dass Putpat nicht als Website sondern vielmehr als TV-Sender zu verstehen ist – einzelne Lieder lassen somit geziehlt nicht einstellen.
Putpat agiert nach dem Vorbild der frühen TV-Musik-Sender (MTV, Viva, Viva II, etc.) und sendet rund um die Uhr ausschließlich Musik-Clips (Putpat hostet und lizensiert alles selber) und verzichtet dabei vollständig auf all die überflüssigen und nervigen (Werbe-) Unterbrechnungen!
Personalisierbarkeit:
Das besondere am Dienst ist, dass der Stream personalisiert werden kann – und damit den persönlichen Musik-Geschmack gerecht wird.
Es gibt verschiedenste Möglichkeiten Einfluss auf die Auswahl der Videos zu nehmen:
So wird der Nutzer direkt nach der Registrierung zur Eingabe einiger Lieblingsinterpreten oder seines Last.fm-Benutzernamens aufgefordert.
Ebenfalls existiert eine Bewertungsfunktion mit einer Skala von 1-100 die in die Kategorien “Mittelstrahl”, “Dröge”, “Geht So”, “Okay”, “Mittelfeld”, “Oberliga Nord”, “Steil”, “Hammer”, “Weltklasse” “Treppe zum Himmel” bis zum “Lieblingslied” unterscheidet.
Ähnlich wie bei Last.fm lassen sich auch Songs oder Interpreten ganz “bannen” und werden dann nicht mehr gespielt.
Darüber hinaus gibt es den sogn. “Veequalizer”, eine Art Mischpult für den eigenen Musikgeschmack:

Mit jedem Regler kann der Anteil eines Genres, eines Künstlers oder einer Stimmung am gesamten Videoprogramm zwischen null und hundert Prozent eingestellt werden – also beispielsweise 80 Prozent Electronica, 10 Prozent Pop und 10 Prozent Hip Hop.
Fazit:
Die Idee eines personalisierbaren Musik-Dienstes ist in den Web2.0-Zeiten nicht unbedingt revolutionär – dafür aber super gut umgesetzt und intuitiv zu bedienen!
Als ein generelles Problem sehe ich nach wie vor das Nutzungsszenario mit dem Rechner / Laptop, der sich nur bedingt für den “lean back” Konsum eignet.
Schön wäre es daher wenn man Putpat.tv auf dem heimischen TV-Gerät im Wohnzimmer ansehen kann. Dies ist aber natürlich kein Putpat-spezifisches Problem …
Zu Putpat bleibt eigentlich nur zu sagen: Es rockt!
Präsentieren mit “Prezi” – besser als PowerPoint?
Juni 7th, 2009 Posted 17:03
Entwickelt wurde Prezi von Zui Labs, einem kleinen Start-up aus Budapest.
Einige Informationsportale hatten bereits in den letzten Wochen von Prezi berichtet – wirklich aufmerksam bin ich auf das Tool aber erst beim BarCampCologne3 geworden. Dort gab es eine Session von Oliver Überholz hierzu, andere BarCamp-Teilnehmer hatten ihre Vorträge auch bereits mit Prezi vorgestellt (bspw. Johannes Kleske mit A small-brands lovefest).
Was ist Prezi?
Prezi ist eine neue und recht innovative (webbasierte) Präsentation-Software. Diese basiert vollständig auf Flash – sowohl der Editor als auch die eigentliche Präsentation sind ausschließlich online (zumindest in der kostenlosen Variante) verfügbar.

Prezi basiert auf dem Grundgedanken, dass Informationen und deren Darstellung häufig nicht linear sind und sich somit bspw. mit PowerPoint nicht adäquat präsentieren lassen.
Prezi kann somit nicht einzelne Folien hintereinander darstellen, sondern zeigt die gesamte Präsentation auf einer einzigen Folie. Auf dieser Folie werden dann zusammenhängende Informationen, einzelne Bilder oder auch einzelnen Begriff sehr aufmerksamkeitsstark in den Vordergrund gezoomt (dies lässt sich komfortabel im Editor festlegen). Der Editor kann mit Bildern, Videos, PDF- und (bestimmten) Flash-Dateien umgehen und diese dann problemlos in die Präsentation einbinden.
Der Zoom-Effekt (andere Effekte gibt es nicht) ist das “Herz-Stück” von Prezi, sieht wirklich gut aus und macht Spass beim anschauen.
Ich sehe bei Prezi einige Vor- und auch Nachteile.
Vorteile:
- Erstellung nichtlinearer Präsentationen – man kann “mal schnell” etwas aus der Präsentation (einfach auf die Stelle klicken) zeigen ohne zig Folien vor- oder zurückzublättern
- Präsentations wirkt durch den Zoom-Effekt frisch und cool (wenn alle Prezi kennen funktioniert das aber sicher nicht mehr)
- Prezi ist schnell (dank Flash)
- Prezi hat einen tollen und innovativen Editor
Nachteile:
- Für lange (ne Stunde oder so) Präsentationen wahrscheinlich nicht wirklich gut geeignet (Zoom-Effekt nervt)
- Sehr eingeschränkter Editor bzw. Baukasten (bspw. sind Corporate-Folien nicht oder nur mit sehr viel Aufwand zu realisieren, da es nur einen beschränkten Satz an Fonts gibt)
- Das Einbetten von Videos ist u.U. kompliziert, da diese vorher immer ein Flash konvertiert werden müssen
- Kostet Geld in der Pro-Variante (naja ist wohl kein wirklicher Nachteil, da nachvollziehbar
)
In der kostenlosen “Public-Version” bietet Prezi 100 MByte Onlinespeicherplatz, versieht die Präsentationen mit dem eigenen Logo und stellt diese im Netz für jeden sichtbar zur Verfügung!
Die Pro-Variante (ca. 40 $ / Jahr) verzichtet auf das Logo, bietet 500 MByte Speicherplatz und erlaubt es zu regeln, wer eine Präsentation sehen darf.
Fazit (nachdem ich eine Prezi-Präsentation erstellt habe)
Das Hinein- und Herauszoomen und Herumrotieren auf der Fläche ist ein ungewohnter und daher für den Zuschauer frischer Übergangseffekt (zumindest aktuell). Prezi sollte auch auf jeden Fall noch einige Bugs und Schwächen überarbeiten, bspw. die eingeschränkte Auswahl der Fonts.
Prezi kann und will aber sicher nicht PowerPoint bzw. Keynote ernsthaft Konkurrenz machen. Außerdem eignet sich Prezi wohl nur für bestimmte Arten von Präsentationen – für langwierige Ergebnispräsentationen ist das Tool wohl eher ungeeignet.
Mir persönlich gefällt die Art wie Prezi Informationen darstellen kann wirklich sehr gut. Um die Zuschauer zu begeistern und aufmerksamkeitsstark Inhalte zu präsentieren ist Prezi ein tolles Werkzeug.
Tags: bcc3, powerpoint, präsentationen, prezi
Posted in Trend, Usability
Getting Things Done auf dem Mac mit “Things”
Mai 28th, 2009 Posted 20:30
Ich verlasse das Haus mit dem Vorhaben heute die verschiedensten Dinge zu erledigen. Erst zum Zahnarzt, dann Wasser und Nudeln im Supermarkt kaufen, nach Hause und Essen machen, die Freundin vom Flughafen abholen und dann zusammen zu nem Arbeitskollegen, da ist heute Video-Abend. Achso ja und dann natürlich noch Jens anrufen wegen dem Berlin-Urlaub.
Eigentlich muss ich mir das natürlich nicht aufschreiben. So viel ist das ja gar nicht. Eigentlich.
Auf dem Weg zum Flughafen gehe ich alle Sachen nochmal durch und mir fällt ein, dass ich ja noch Bier vom Supermärkt hätte mitbringen sollen. Ach ja und die Präsentation für das BarCamp wollte ich ja noch fertig stellen – das hab ich nun völlig vergessen.
Der geschilderte Ablauf ist nicht so unbedingt realitätsnah – trotzdem wird mir ab- und zu die Aufgabenplanung zu viel. Neben der Gefahr Sachen zu vergessen gehen mir auch immer wieder die gleichen Sachen durch den Kopf, während ich aktuell ja eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt bin. Der Kopf ist in den ganzen Tag in “Alarmbereitschaft” und ich kann nicht wirklich abschalten.
Ich bin daher gerade dabei “Getting Things Done” auszuprobieren. GTD ist von David Allen und eine (bekannte und beliebte) Selbstmanagementmethode.
Was GTD mit anderen solchen Methoden gemeinsam hat, ist das konsequente Aufschreiben. Das Ziel von GTD ist dafür zu sorgen, dass man im richtigen Augenblick an die Dinge erinnert wird – und damit dann Platz im Kopf für die Dinge hat, die gerade anstehen.
Einige Prinzipien von GTD:
- Bei GTD geht es nicht darum, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, was wichtiger und was unwichtiger ist.
- Bei GTD werden unpriorisierte Listen geführt und abgearbeitet. Alle zu erledigenden Sachen werden erfasst und in Kategorien eingeordnet: Ist es Quatsch, gibt es Handlungsbedarf, kann ich es sofort erledigen, muss ich es mal später erledigen oder kann ich es delegieren?
- Zweiminutenregel: Alles, was sich innerhalb von zwei Minuten erledigen lässt, sofort erledigen, denn eine so kleine Erledigung aufzuschreiben und eine Entscheidung zu treffen, wann sie wie erledigt werden soll, würde auch mindestens zwei Minuten dauern.
Things für den Mac:
Die Idee ein Software-Tool für diese Selbstmanagement-Methode einzusetzen ist natürlich ziemlich logisch. Ich habe mir daher mal das Tool “Things” für den Mac angesehen (danke für den Tipp von AIRMAX1)
Things verhält sich ähnlich den Apple iApps und man kann sich unkompliziert durchs Programm klicken und hat dann eigentlich auch recht schnell verstanden wie man dieses bedient.
So unterteilt Things in Heute, Demnächst, Irgendwann und nach gezieltem Termin. Und ich kann Aufgaben nach Projekten anzulegen (alles was länger als 2min Dauert ist ein Projekt).
Nett ist bei Things ebenfalls die Möglichkeit über eine Schnelleingabe-Funktion Aufgaben einzutragen – auch wenn man derzeit in einer anderen Anwendung als in Thing arbeitet.
Ich habe mir vorgenommen Things sowie die iPhone-App (zur Aufnahme von Aufgaben) mal zu testen und gucken ob sich die Anwendung in meinen Tagesablauf einfügt.
Einen guten Einblick gibt auch der Things Screencast.
Kurzbericht: IA Konferenz 2009 in Hamburg
Mai 20th, 2009 Posted 13:47
Am 16. und 17. Mai 2009 hat die IA Konferenz 2009 in Hamburg stattgefunden.
Die Konferenz war im “Empire Riverside” – direkt zwischen der Reeperbahn und den Landungsbrücken. Zumindest in dieser Hinsicht die besten Vorraussetzungen für ein gelungenes Wochenende.
Aber auch die Konferenz selber war mit über 200 Teilnehmern (ausverkauft) und 28 Konferenzbeiträgen wirklich gut!
Ich bin von den üblichen Barcamp-Vorträgen á la “Websecurity PHP” oder die typischen “Was kenn ihr für negative Beispiele für Onlinereputation” Sessions mittlerweile ziemlich gelangweilt.
Dabei sind BarCamps als Veranstaltungsformat nach wie vor sehr gut – inhaltlich hat mich das meiste in der letzten Zeit aber nicht so sehr interessiert.
Die “IA Konferenz” hat einen etwas anderen Ansatz und thematischen Schwerpunkt.
Das Konferenz-Motto „IA in Business und Praxis“ richtete sich an Informationsarchitektur im Business-Kontext und wollte sich dabei an aktuellen Herausforderungen vieler heutiger Unternehmen orientieren.
Im Gegensatz zum eher nerdigen BarCamp war die Veranstaltung dementsprechend auch eher von Agenturen besucht, die das Thema Informations-Architektur, Usability, User-Experiance, Konzeption, etc. als ernsthaftes, relevantes und professionelles Umfeld verstehen.
Die Referenten wurden aufgefordert aus ihrem Arbeitsalltag zu berichten und altbekannte oder auch neue Methoden und kreative Lösungsansätze aufzeigen.
Diesem Anspruch konnten viele- aber nicht alle Vorträge gerecht werden (einige haben eher unkonkrete Allgemeinheiten wiedergegeben).
Andere Präsentationen waren aber wirklich interessant! So haben bspw. Mitarbeiter von Leo Burnett vorgestellt wie die verschiedenen Brands von General Motors in ein einheitliches und globales Web-Kontrukt überführt wurden.
Wolfgang Tittmann von neue digitale hat einen wirklich beeindruckenden Surface-Prototypen vorgestellt und Sebastian Deterding hat erläutert wie die Architekturen von Software und Webapplikationen unser Denken und Verhalten lenken (Stichwort “persuasives Design). Link zum (sehr schönen) Foliensatz.
Fazit:
Die Konferenz war (inhaltlich) für alle, die sich (halbwegs intensiv) mit dem Thema IA beschäftigen wirklich passend und konnte aufgrund der inhaltlich heterogenen Vorträge dem komplexen Themenumfeld weitgehend gerecht werden.
Zusamen mit der guten Organisation (bspw. immer ein Moderator bei jeder Session) sei die Veranstaltungsreihe der IA-Konferenzen wirklich zu empfehlen.
Die Präsentationen der Konferenz in Hamburg sollen demnächst unter hier veröffentlich werden – ein Blick lohnt sich.
Tags: Business, Hamburg, HH, IA, IAK09, Informations Architektur, Konferenz, Reeperbahn, Usability
Posted in Allgemein, Freizeit, Usability
Ausprobiert: RSS-Reader “Times” im Zeitungs-Look
April 15th, 2009 Posted 10:36
Ich habe mir mal den RSS-Reader “Times” installiert und wollte gerne hier kurz meine Eindrücke schildern.
Im Unterschied zu vielen anderen Applikationen zum Konsumieren von RSS-Feeds stellt Times die Feeds als virtuelle Zeitung dar.
Die Anwendung erlaubt es dabei die horizontalen und vertikalen Spalten frei mit RSS-Feeds zu befüllen. Die Inhalte werden dabei als Überschrift und Artikelanreißer dargestellt. Mit einem Klick auf einen Eintrag wird mit einem Blättereffekt der komplette Artikel dargestellt.

“Times” unterteilt weiterhin alle Feeds in die von Zeitungen bekannten Ressorts wie “Wirtschaft”, “Technik” oder “Sport”.
Eine weitere interessante Möglichkeit ist das sogn. Shelf , welches wie wie eine Art Merkzettel funktioniert. Artikel können mit der Maus auf das Shelf gezogen werden, um sie für später zu speichern.
Positiv:
- Sieht gut aus
- Fühlt sich gut an
- Recht intuitiv zu bedienen
Negativ:
- Der Platz ist beschränkt, nur eine kleine Anzahl von Artikeln lässt sich gleichzeitig anzeigen (bei mehr als 20 Feeds funktioniert das Konzept nicht mehr)
- Das Layout ist starr, der Nutzer muss das vorgegebene Zeitungslayout mit der vorgebenen Spaltengröße verwenden
- Das Programm kostet Geld (30 US $)
Die Software richtet sich nicht an den digital native, der Inhalte fast auschließlich über Feeds konsumiert, sondern wie häufig beim Mac eher an Nutzer, die ein vielmehr ein schönes aber eben kein Power-User-Tool benötigen.
Die Anwendung kann man beim Entwickler Acrylic herunterladen und kostet 30 US $.
Spass mit den Telekomikern
März 27th, 2009 Posted 19:41
Lustige Geschichten mit der Telekom hat sicher jeder schonmal erlebt. Ich selber bin aktuell (noch) bei Alice – war aber früher schon bei der Telekom und habe auch bereits das ein- oder andere mitgemacht.
So wurde mir monatelang hartnäckig eine Flatrate berechnet, die ich weder bestellt noch mir zur Verfügung stand.
Was bei der Telekom aber eigentlich immer ziemlich gut war, waren die Transferraten. Auch der Zugang klappte (bei mir) immer schnell und problemlos. Dies ist auch der Grund warum ich wieder zurückwechseln möchte. Bei Alice dagegen kann ich alle paar Minuten mal eine Website öffnen – mehr ist nicht drin.
Nungut, ich also wechselwillig und tippe www.telekom.de ein, wähle dort “T-Home: Alles für Zuhause”. Daraufhin öffnet sich ein neues Fenster und ich habe dort die Wahl zwischen “Entertainment”, “Surfen” und “Telefonieren”. Irgendwie will ich ja alles drei und nicht nur eins? Naja seis drum, ich wähle “surfen”.
Bevor ich dann aber zur Kasse gehe sehe ich ganz links die Verfügbarkeitsprüfung und klicke gebe dort nochmal meine Nummer ein:

Nach diversen Klicks und Abfragen gelangt die Telekom zu dem Schluss, dass ich ja zwar Neukunde werden will, aber bereits einen anderen Anschluss habe. Im Fließtext werde ich zu der Seite “Wechseln Sie zur Telekom” mit der Geheim-URL https://eki-exag.t-home.de/wb-fe/index_komplettwechsel.jsp verlinkt.
Hier sehe ich für die gleichen Leistungen eine völlig andere Preisgestaltung als zuvor und nach der Eingabe von diversen Daten wie u.a. meiner Bankverbindung soll ich ein PDF herunterladen, dieses ausfüllen und wieder an die Telekom faxen. Dies hat das Ziel den Wechsel von Alice zur Telekom zu bestätigen.
Dort soll ich u.a. folgende Frage beantworten:
“Der genaue Ausführungstermin wird von beiden Netzbetreibern festgelegt und Ihnen von _________ schriftlich mitgeteilt.”
Ich weiß da echt nicht ob das ernst gemeint ist … ?
Nungut ich drucke den Zettel also aus und fülle soweit ich das kann den Krams aus und will diesen von meiner Firma aus faxen. Nun steht auf dem Zettel aber keine Fax-Nummer.
Nach langer Recherche habe ich diese dann in Erfahrung gebracht und diesen dann an die Telekom gefaxt.
Seither habe ich von der Telekom weder eine Mail (auch nicht nachdem ich den Prozess auf der Website bis zum Ende durchgeturnt hatte) noch ein Fax erhalten.
Fazit:
Kann sich die Telekom leisten wechselwilligen den Wechsel soo schwer zu machen?
Komplett wirre und unterschiedliche Bestellprozesse. Völlig intransparente Gutschriften (wieso bekomme ich nun 20 und nochmal 40 EUR “geschenkt”?). Medienbrüche mit dem Fax. Absurde Fragen. Völlig vermurkste Webseite.
Naja Telekom halt. Aber das Internet von denen ist ja schnell. Hoffe ich.
WHITEvoid – neuartiges Navigations-Konzept
März 6th, 2009 Posted 17:04
Das Projekt ist schon etwas älter – aber nach wie vor eigentlich ziemlich toll. Es geht um “WHITEvoid“, eine prototypische Abbildung eines spannenden Navigations-Konzeptes.
Link: http://www.whitevoid.com/application
Der User bewegt sich mit der Maus durch in einen leicht dreidimensionalen Raum, in dem dann die verschiedenen Ebenen einer Webseite abgebildet werden.
Ich kann mir so etwas vor allem auch für nicht-Website-Projekte wie etwa Touch-Screens – vorstellen.
Die Umsetzung erfolgte mittels Alternativa - einer Plattform für 3D-Flash-Darstellungen.
Tags: Navigations-Konzept
Posted in Usability
Auch digital so schlimm wie selbstgeschrieben – mit YourFonts.com
März 6th, 2009 Posted 16:38
Auf der YourFonts.com kann man sich (kostenlos) aus seiner Handschrift einen Zeichensatz erstellen lassen.
Dieser lässt sich dann wie gewohnt im Betriebssystem einbinden – so dass man dann bspw. in Word so wie von Hand schreiben kann.
In der Praxis klappt das dann allerdings nicht so ganz optimal … die Schrift sieht dann sogar noch schlimmer aus als meine echte Handschrift.
Dies liegt aber auch daran, dass ich die Vorlage nicht sehr gut ausgefüllt habe. Hierbei muss man die Buchstaben auf einer Vorlage aufschreiben, einscannen und wieder auf YourFonts.com hochladen. Mit etwas Bastelei kann man dann sicher auch bessere Ergebnisse erzielen
Ab sofort werde ich dann alle Briefe mit diesem Font erstellen und kann dann von den Empfängern Mitleid aufgrund der handschriftlich verfassten Briefe erheucheln.
Tags: YourFonts.com
Posted in Freizeit, Usability



























